Ratgeber
VPN auf Lecks testen: IP, DNS und WebRTC
Aktualisiert im Juni 2026 · Lesezeit ca. 8 Minuten
Ein VPN soll Ihre IP-Adresse verbergen und Ihren Datenverkehr verschlüsseln. Doch was nützt der beste Tunnel, wenn an seinen Rändern Daten durchsickern? Genau das passiert bei einem sogenannten Leak. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, welche Lecks es gibt, wie Sie Ihr VPN systematisch testen und wie Sie verhindern, dass Ihre echte Identität trotz aktivem VPN sichtbar wird.
Welche VPN-Lecks gibt es?
Bei einem Leck gelangen Daten am verschlüsselten Tunnel vorbei ins offene Netz. Drei Typen sind am häufigsten:
- IP-Leak: Trotz VPN ist Ihre echte öffentliche IP-Adresse sichtbar. Häufige Ursache ist ein Verbindungsabbruch ohne Kill-Switch oder ein IPv6-Datenverkehr, den das VPN nicht abdeckt.
- DNS-Leak: Ihre DNS-Anfragen – also die Übersetzung von Domainnamen in IP-Adressen – laufen nicht durch den Tunnel, sondern an Ihren Internetanbieter. Der kann dann trotzdem sehen, welche Seiten Sie aufrufen.
- WebRTC-Leak: Eine Browser-Technik gibt Ihre IP-Adresse direkt preis, ohne den Umweg über das Betriebssystem.
Alle drei untergraben den Zweck eines VPN. Die gute Nachricht: Sie lassen sich in wenigen Minuten testen und in der Regel zuverlässig beheben.
IP-Leak testen
Der IP-Test ist die Grundlage jeder Prüfung. Gehen Sie so vor:
- Trennen Sie das VPN und notieren Sie sich Ihre aktuelle IP-Adresse und Ihr Land auf einer IP-Check-Website.
- Aktivieren Sie das VPN und verbinden Sie sich mit einem Server in einem anderen Land.
- Laden Sie die IP-Check-Website neu. Jetzt sollten eine andere IP-Adresse und das Land des gewählten Servers angezeigt werden.
- Erscheint weiterhin Ihre ursprüngliche IP oder Ihr echtes Land, liegt ein IP-Leak vor.
Testen Sie zusätzlich den Ernstfall: Aktivieren Sie den Kill-Switch und trennen Sie kurz die VPN-Verbindung manuell. Ihr Internetzugang sollte sofort blockiert werden, statt ungeschützt weiterzulaufen. Achten Sie außerdem darauf, ob Ihr VPN IPv6 unterstützt oder zumindest blockiert – andernfalls kann eine IPv6-Adresse leaken.
DNS-Leak testen
Ein DNS-Leak ist tückisch, weil Ihre IP korrekt verschleiert sein kann, während Ihre DNS-Anfragen weiterhin an den Provider gehen. So prüfen Sie es:
- Stellen Sie die VPN-Verbindung her.
- Öffnen Sie einen erweiterten DNS-Leak-Test, der die verwendeten DNS-Server anzeigt.
- Prüfen Sie, ob die angezeigten DNS-Server zum VPN-Anbieter oder zum gewählten Land gehören.
- Taucht der DNS-Server Ihres Internetanbieters auf, leakt Ihr DNS.
Gute VPN-Apps haben einen integrierten DNS-Leak-Schutz, der DNS-Anfragen zwingend durch den Tunnel leitet und eigene DNS-Server nutzt. Ist die Funktion vorhanden, aktivieren Sie sie in den Einstellungen. Wie No-Logs-Politik und Leak-Schutz zusammenhängen, erläutern wir im Beitrag VPN-Sicherheit erklärt.
WebRTC-Leak verhindern
WebRTC ermöglicht Echtzeitkommunikation im Browser, etwa für Videoanrufe. Dabei kann der Browser Ihre echte IP-Adresse direkt abfragen und an Webseiten weitergeben – am VPN vorbei. Um das zu verhindern, haben Sie mehrere Optionen:
- VPN-Browsererweiterung nutzen: Viele Anbieter liefern Erweiterungen mit, die WebRTC-Lecks automatisch unterbinden.
- WebRTC im Browser deaktivieren: In datenschutzfreundlichen Browsern lässt sich WebRTC in den Einstellungen oder über eine Erweiterung abschalten.
- Anbieter mit WebRTC-Schutz wählen: Hochwertige VPNs blockieren WebRTC-Lecks bereits auf App-Ebene.
Nach der Anpassung wiederholen Sie den WebRTC-Test, um sicherzugehen, dass keine lokale oder öffentliche IP mehr durchscheint.
Fazit: Vertrauen ist gut, testen ist besser
Ein VPN schützt nur dann zuverlässig, wenn keine Daten durchsickern. Mit dem IP-, DNS- und WebRTC-Test prüfen Sie in wenigen Minuten, ob Ihr Schutz wirklich lückenlos ist. Aktivieren Sie Kill-Switch und DNS-Leak-Schutz und wiederholen Sie den Test nach jedem größeren Update. Wer von Anfang an einen Anbieter mit geprüftem Leak-Schutz wählt, hat es leichter – welche das sind, zeigt unser Überblick VPN für Datenschutz. Wer gezielt seine sichtbare IP ändern möchte, findet die passende Anleitung unter IP-Adresse ändern.
VPNs mit zuverlässigem Leak-Schutz
Diese Anbieter bieten Kill-Switch, DNS-Leak-Schutz und WebRTC-Schutz aus einer Hand.
VPN für Datenschutz